SPACs in Deutschland: Das Ende eines Hypes?
SPACs in Deutschland: Das Ende eines Hypes?
Lesezeit: ca. 12 Minuten
Stell dir vor: Ein Technologiegründer aus München träumt davon, sein Unternehmen blitzschnell an die Börse zu bringen – ohne den jahrelangen Aufwand eines klassischen IPOs. Klingt verlockend, oder? Genau das war das Versprechen der SPACs (Special Purpose Acquisition Companies), als sie um 2020–2021 wie ein Lauffeuer durch die Finanzmärkte fegten. Doch was ist aus diesem Hype geworden – vor allem auf dem deutschen Markt?
Die kurze Antwort: Es ist kompliziert. Aber genau das macht dieses Thema so faszinierend und so relevant für jeden, der die Zukunft des deutschen Kapitalmarkts verstehen möchte.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind SPACs überhaupt?
- Der globale SPAC-Boom und der deutsche Sonderweg
- Regulierung in Deutschland: Chancen und Hürden
- Fallbeispiele: Erfolge und Misserfolge
- SPACs vs. klassischer IPO: Ein direkter Vergleich
- SPAC-Aktivität in Europa: Ein Überblick
- Zukunft der SPACs in Deutschland
- Häufig gestellte Fragen
- Dein strategischer Ausblick: Was jetzt zählt
Was sind SPACs überhaupt?
Ein SPAC ist im Wesentlichen eine leere Firmenhülle – auch als „Blankoscheck-Gesellschaft“ bekannt. Das Prinzip ist simpel: Investoren bringen Kapital auf, die Gesellschaft geht an die Börse, und anschließend hat das Management-Team typischerweise 18 bis 24 Monate Zeit, ein geeignetes Zielunternehmen zu akquirieren. Gelingt dies nicht, wird das Kapital an die Investoren zurückgegeben.
Die Struktur klingt elegant: Der Zielunternehmer erhält schnellen Börsenzugang, der SPAC-Sponsor erhält typischerweise 20 Prozent der Anteile (die sogenannten „Founder Shares“), und die Investoren erhalten die Möglichkeit, ihr Geld zurückzufordern, falls ihnen die Akquisition nicht gefällt. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail.
Die drei Kernakteure eines SPACs
- Der Sponsor: Erfahrene Manager oder Investoren, die das SPAC gründen und leiten. Sie tragen das operative Risiko und identifizieren Übernahmeziele.
- Die Investoren (Public Shareholders): Privatpersonen und institutionelle Anleger, die beim IPO einsteigen und ein Rückgaberecht besitzen.
- Das Zielunternehmen (Target): Das private Unternehmen, das durch den SPAC-Zusammenschluss (De-SPAC-Prozess) an die Börse gebracht wird.
Pro-Tipp: Der De-SPAC-Prozess – also die eigentliche Fusion zwischen SPAC und Zielunternehmen – ist regulatorisch die komplexeste Phase. Hier entstehen die meisten rechtlichen und finanziellen Risiken.
Der globale SPAC-Boom und der deutsche Sonderweg
In den USA explodierten SPACs zwischen 2020 und 2021 geradezu. Allein 2021 wurden in den Vereinigten Staaten über 600 SPAC-IPOs durchgeführt, die zusammen mehr als 160 Milliarden US-Dollar einsammelten. Namen wie Bill Ackman, Chamath Palihapitiya und selbst Prominente aus dem Entertainment-Bereich warfen sich in die SPAC-Welle.
Deutschland hingegen blieb zunächst zurückhaltend – und das hatte strukturelle Gründe. Das deutsche Kapitalmarktrecht, die Anforderungen des Handelsgesetzbuchs und die Skepsis institutioneller Anleger gegenüber intransparenten Vehikeln schufen natürliche Hürden. Die Frankfurter Wertpapierbörse öffnete sich dem Thema erst mit einer gewissen Verzögerung vollständig.
Wie Deutschland auf den Zug aufsprang – und wieder absprang
Im Jahr 2021 gab es auch hierzulande eine Handvoll SPAC-Listings an der Frankfurter Börse. Lakestar SPAC I, gegründet vom bekannten Venture-Capital-Investor Klaus Hommels, war sicherlich das prominenteste deutsche Beispiel. Das Vehikel sammelte 275 Millionen Euro ein und sollte ein führendes europäisches Technologieunternehmen übernehmen. Doch der erhoffte große Deal blieb aus: Im Jahr 2022 wurde das Kapital an die Investoren zurückgegeben – ein Misserfolg, der exemplarisch für die deutschen SPAC-Ambitionen steht.
Bis 2024 und 2025 hatte sich die SPAC-Aktivität in Deutschland auf ein Minimum reduziert. Neuemissionen waren praktisch nicht mehr zu verzeichnen. Die Kombination aus gestiegenen Zinsen, verschärfter Regulierung durch die SEC in den USA (was Ausstrahlungseffekte auf Europa hatte), und einem generell schwierigen Börsenumfeld hatte den Wind aus den Segeln genommen.
Im Jahr 2026 ist die Lage ernüchternd klar: SPACs sind in Deutschland kein Mainstream-Instrument mehr. Aber – und das ist entscheidend – sie sind auch nicht vollständig verschwunden.
Regulierung in Deutschland: Chancen und Hürden
Wenn es einen Bereich gibt, der den deutschen SPAC-Markt fundamental von seinem US-amerikanischen Pendant unterscheidet, dann ist es das regulatorische Umfeld. Und hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen – denn die Regulierung ist sowohl Hindernis als auch potenzielle Schutzfunktion.
Das Wertpapierprospektgesetz und SPAC-spezifische Herausforderungen
In Deutschland müssen SPACs – wie andere Börsengänge – den Anforderungen des Wertpapierprospektgesetzes entsprechen. Das klingt trivial, hat aber praktische Konsequenzen: Da ein SPAC zum Zeitpunkt des IPOs noch kein operatives Geschäft hat, gestaltet sich die Erstellung eines aussagekräftigen Prospekts besonders anspruchsvoll. Was genau soll beschrieben werden, wenn noch kein Zielunternehmen bekannt ist?
Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat hierzu schrittweise Klarheit geschaffen. Grundsätzlich sind SPACs in Deutschland zulässig, unterliegen aber denselben Transparenzanforderungen wie andere Emittenten. Das schafft Rechtssicherheit, erhöht aber auch den bürokratischen Aufwand erheblich.
Hinzu kommt die europäische Dimension: Die EU-Prospektverordnung harmonisiert zwar viele Aspekte, lässt aber Spielraum für nationale Besonderheiten. Die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) hat mit ihren 2022 veröffentlichten SPAC-Leitlinien wichtige Orientierungspunkte gesetzt, die bis heute Gültigkeit haben.
Steuerliche Fallstricke für deutsche SPAC-Investoren
Ein oft unterschätztes Thema: die steuerliche Behandlung von SPAC-Investitionen in Deutschland. Während in den USA SPACs steuerlich relativ klar behandelt werden, entstehen hierzulande bei der Rückgabe von Anteilen, bei Verwässerungseffekten durch Warrants und beim De-SPAC-Merger komplexe steuerrechtliche Fragen. Investoren sollten in jedem Fall steuerrechtliche Beratung einholen, bevor sie in SPACs investieren.
Praktisches Beispiel: Ein Privatinvestor, der 2021 in ein deutsches SPAC investierte, musste 2022 bei der Kapitalrückgabe feststellen, dass die steuerliche Behandlung der Zinsen auf das Treuhandkonto komplexer war als erwartet. Die fehlende Rechtssicherheit in diesem Bereich ist bis heute ein Hemmnis für Privatanleger.
Fallbeispiele: Erfolge und Misserfolge
Theorie ist das eine – gelebte Realität das andere. Schauen wir uns konkrete Beispiele an, die illustrieren, warum SPACs in Deutschland so ambivalent wahrgenommen werden.
Fallbeispiel 1: Lakestar SPAC I – Das prominente Scheitern
Klaus Hommels, einer der bekanntesten europäischen Technologieinvestoren (früher Investor bei Facebook, Skype und Klarna), gründete 2021 Lakestar SPAC I und sammelte 275 Millionen Euro ein. Die Erwartungen waren hoch: Hier war ein echter Insider der Tech-Szene am Werk, der Zugang zu den besten europäischen Startups hatte.
Doch trotz intensiver Suche scheiterte die Akquisition. Im März 2022 wurde bekannt, dass Lakestar kein geeignetes Zielunternehmen gefunden hatte und das Kapital zurückgegeben wird. Was lief schief? Branchenbeobachter nannten mehrere Faktoren: Die Bewertungen vieler potenzieller Zielunternehmen waren in der Boomphase zu hoch, der Zeitdruck bei der Suche war immens, und der Markteinbruch bei Tech-Aktien ab Ende 2021 machte den De-SPAC-Prozess für viele Unternehmen unattraktiv.
Lektion: Selbst erfahrene, gut vernetzte Sponsoren sind vor dem strukturellen Problem des SPAC-Formats nicht gefeit: Der Zeitdruck erzeugt Fehlanreize, und ein überhitzter Markt macht es nahezu unmöglich, faire Bewertungen zu erzielen.
Fallbeispiel 2: 468 SPAC I – Ein differenziertes Bild
Der Berliner Venture-Capital-Fonds 468 Capital brachte 2021 ebenfalls einen SPAC an die Frankfurter Börse und sammelte rund 250 Millionen Euro ein. Auch hier stand die Suche nach einem europäischen Technologieunternehmen im Fokus. Das Ergebnis war ähnlich ernüchternd – die Transaktion wurde nicht abgeschlossen, und das Kapital floss zurück.
Was diesen Fall interessant macht: 468 Capital nutzte die SPAC-Erfahrung strategisch, um seine Marktposition als europäischer Tech-Investor zu stärken und wertvolle Netzwerke zu aktivieren. In der Branche gilt dies als Beispiel dafür, dass SPACs auch als Marketinginstrument und Plattform für Netzwerkaufbau genutzt werden können – selbst wenn die eigentliche Transaktion scheitert.
Fallbeispiel 3: Globaler Vergleich – Lucid Motors als Warnung
Um die deutschen Erfahrungen in einen globalen Kontext zu stellen, lohnt ein Blick auf spektakuläre US-amerikanische SPAC-Misserfolge. Lucid Motors, ein Elektrofahrzeug-Hersteller, ging 2021 via SPAC an die Börse und wurde mit über 24 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Jahr 2025 kämpfte das Unternehmen weiterhin ums Überleben, hatte Milliardenverluste angehäuft und benötigte wiederholte Kapitalspritzen. Die ursprünglichen SPAC-Investoren hatten massive Verluste erlitten.
Dieses Beispiel zeigt: Das SPAC-Format ermöglicht Börsengänge von Unternehmen, die in einem klassischen IPO möglicherweise nie zugelassen worden wären – mit entsprechend hohen Risiken für Anleger.
SPACs vs. klassischer IPO: Ein direkter Vergleich
| Kriterium | SPAC | Klassischer IPO |
|---|---|---|
| Zeitrahmen | 3–6 Monate (De-SPAC) | 12–24 Monate |
| Kosten | 5–7% des eingesammelten Kapitals | 4–7% des Emissionserlöses |
| Bewertungssicherheit | Vorab verhandelt (höhere Planbarkeit) | Marktabhängig (Bookbuilding) |
| Transparenz | Geringer (kein operatives Unternehmen) | Hoch (detaillierter Prospekt) |
| Anlegerrisiko | Hoch (Verwässerung, Interessenkonflikte) | Moderat (besser bewertet) |
Die Tabelle macht deutlich: SPACs sind kein schlechteres Instrument per se, aber sie verteilen Risiken und Chancen sehr anders als klassische IPOs. Für wachstumsstarke Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld können sie attraktiv sein – für durchschnittliche Anleger sind die Risiken oft erheblich.
SPAC-Aktivität in Europa: Ein Überblick (2020–2025)
Die folgende Visualisierung zeigt die SPAC-Emissionsaktivität in Europa nach Jahren – gemessen an der Anzahl neuer SPAC-Listings an europäischen Börsen:
Anzahl SPAC-Listings in Europa (2020–2025)
~8 Listings
~47 Listings (Peak)
~18 Listings
~6 Listings
~4 Listings
~3 Listings (vorläufig)
Quelle: Eigene Schätzungen basierend auf Börsendaten und Branchenberichten. Werte sind Näherungswerte.
Der Rückgang ist dramatisch und eindeutig. Von fast 50 Listings im Rekordjahr 2021 auf nur noch eine Handvoll pro Jahr – das ist kein vorübergehender Rücksetzer, sondern ein struktureller Wandel.
Zukunft der SPACs in Deutschland
Ist das Kapitel SPACs in Deutschland also endgültig abgeschlossen? Nicht ganz – aber die Rahmenbedingungen haben sich fundamental verändert, und wer heute auf SPACs setzt, braucht eine sehr klare Strategie.
Was für eine SPAC-Renaissance sprechen könnte
Im Jahr 2026 beobachten Marktbeobachter einige Faktoren, die theoretisch zu einer vorsichtigen SPAC-Rückkehr führen könnten:
- Reifere Regulierung: Die regulatorischen Unsicherheiten der Frühphase haben sich teilweise aufgelöst. Die BaFin und die ESMA haben klarere Leitlinien geschaffen, was für institutionelle Investoren attraktiver sein könnte.
- Sektorspezifische Nischen: In Bereichen wie Deeptech, Rüstungstechnologie und Klimatechnologie gibt es Unternehmen, die kapitalhungrig sind und schnellen Börsenzugang benötigen. SPACs könnten hier eine Rolle spielen.
- Europäische Kapitalmarktunion: Die Bemühungen der EU, den europäischen Kapitalmarkt zu stärken, könnten mittelfristig neue Strukturen schaffen, die SPAC-ähnliche Vehikel attraktiver machen.
- KI und Quantentechnologie: Startups in diesen Bereichen haben oft schwer greifbare Bewertungen – genau das Umfeld, in dem die verhandelbare Bewertung eines SPAC-Mergers attraktiv sein kann.
Was gegen eine Rückkehr spricht
- Reputationsschaden: Die vielen Misserfolge aus der Boomphase haben das Vertrauen von Privatanlegern nachhaltig beschädigt. Es wird Jahre dauern, dieses Vertrauen zurückzugewinnen.
- Strukturelle Interessenkonflikte: Das 20%-Founder-Shares-Modell ist inhärent problematisch und wurde von der Wissenschaft vielfach kritisiert. Ohne eine grundlegende Strukturreform bleibt das Anlegerrisiko zu hoch.
- Starke IPO-Alternativen: Direktlistings und verbesserte klassische IPO-Prozesse haben sich als ernstzunehmende Alternativen etabliert. Der komparative Vorteil der SPACs ist geschrumpft.
- Kapitalmarktumfeld 2026: Das aktuelle Zinsniveau und die Marktvolatilität machen Blank-Check-Vehikel für konservative institutionelle Anleger unattraktiv.
Die ehrlichste Einschätzung für 2026: SPACs werden in Deutschland eine Nischenrolle spielen – für ausgewählte, gut strukturierte Transaktionen mit erfahrenen Sponsoren. Der breite Retail-Markt wird und sollte sich fernhalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ein Privatanleger in Deutschland heute noch sicher in SPACs investieren?
Grundsätzlich ja – SPACs sind in Deutschland legal und an der Börse handelbar. Allerdings sollten Privatanleger die erheblichen Risiken kennen: Verwässerungseffekte durch Warrants, die oft hohen Vergütungen der Sponsoren (20% Founder Shares), und die historisch schlechte Performance vieler De-SPAC-Transaktionen. Wer dennoch investieren möchte, sollte ausschließlich in SPACs mit renommierten, nachweislich erfahrenen Sponsoren und klarer Investitionsstrategie einsteigen – und nur mit Kapital, das er/sie vollständig zu verlieren bereit ist. Die Rückgabeoption ist ein wichtiger Schutzmechanismus, schützt aber nicht vor Opportunitätskosten.
Warum haben SPACs in den USA besser funktioniert als in Deutschland?
Die USA verfügten über mehrere strukturelle Vorteile: einen tieferen und liquideren Kapitalmarkt mit mehr institutionellen Investoren, eine längere Kultur von aggressiven Börsengängen und Risikokapital, sowie ein regulatory environment, das SPACs zunächst weniger restriktiv behandelte. Zudem sind US-amerikanische Anleger historisch risikotoleranter. Deutschland hingegen hat eine ausgeprägte Sparkultur und eine institutionelle Präferenz für Sicherheit. Selbst in den USA hat sich jedoch gezeigt, dass SPACs für Durchschnittsinvestoren langfristig schlecht abgeschnitten haben – eine Studie der Stanford Law School zeigte, dass De-SPAC-Unternehmen nach zwei Jahren im Durchschnitt 60–70% ihres Werts verloren hatten.
Gibt es SPAC-ähnliche Alternativen für deutsche Unternehmen, die schnell Kapital brauchen?
Ja, und sie sind oft attraktiver. Erstens gibt es den direkten Börsengang (IPO) mit optimierten Prozessen – die Deutsche Börse hat ihre Zulassungsverfahren in den letzten Jahren beschleunigt. Zweitens ermöglichen Direktlistings einen schnelleren Marktzugang ohne den Umweg über einen SPAC. Drittens sind Private Equity-Wachstumsfinanzierungen und Late-Stage-Venture-Capital für viele Unternehmen die bessere Alternative – insbesondere wenn kein unmittelbarer Liquiditätsbedarf besteht. Für Unternehmen in der Rüstungs- und Deeptech-Branche bieten zudem spezielle staatliche Förderinstrumente und der Europäische Investitionsfonds Möglichkeiten.
Dein strategischer Ausblick: Was jetzt wirklich zählt
SPACs in Deutschland sind nicht tot – aber sie sind auch nicht das Allheilmittel, das viele 2021 in ihnen sahen. Sie sind ein komplexes Finanzinstrument mit spezifischen Vor- und Nachteilen, das in bestimmten Kontexten Sinn ergibt und in anderen schlicht ungeeignet ist.
Hier sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse, die du mitnehmen solltest:
- Verstehe die Struktur, bevor du investierst: Warrants, Founder Shares, Treuhandkonten – wer diese Mechanismen nicht versteht, sollte die Finger von SPACs lassen.
- Der Sponsor ist alles: Die Qualität und das Netzwerk des SPAC-Sponsors sind der wichtigste Erfolgsfaktor. Investiere nur in Teams mit nachweisbarer Erfolgsbilanz.
- Nutze die Rückgabeoption strategisch: Das Rückgaberecht ist dein wichtigstes Schutzinstrument als SPAC-Investor. Sei bereit, es zu nutzen, wenn der angekündigte Deal nicht überzeugt.
- Kenne deine Alternativen: Für Unternehmensgründer gibt es 2026 oft bessere Wege zum Kapitalmarkt. Informiere dich umfassend, bevor du den SPAC-Weg einschlägst.
- Behalte das regulatorische Umfeld im Blick: Die EU-Kapitalmarktregulierung entwickelt sich weiter. Änderungen in den nächsten Jahren könnten das SPAC-Umfeld positiv oder negativ beeinflussen.
SPACs sind letztlich ein Spiegel des breiteren Kapitalmarkts: In Zeiten von Liquiditätsschwemme und Niedrigzinsen florieren sie, in normalen oder restriktiven Phasen zeigen sie ihre strukturellen Schwächen. Die Lektion für den deutschen Markt 2026 ist nicht „SPACs sind schlecht“ – sondern „SPACs erfordern außergewöhnliche Sorgfalt.“
Die entscheidende Frage, die du dir stellen solltest: Bist du bereit, die nötige Due Diligence zu leisten – oder verlässt du dich auf den Hype? In einem Markt, der sich von überschwänglichem Optimismus zu nüchternem Realismus gewandelt hat, ist genau diese Unterscheidung der entscheidende Faktor zwischen strategischem Investor und spekulativem Zocker.
Die Zukunft des deutschen Kapitalmarkts wird durch Instrumente geprägt, die Transparenz und Anlegerinteressen in den Mittelpunkt stellen. SPACs können dazu gehören – aber nur in einer deutlich weiterentwickelten, reiferen Form.

Artikel geprüft von Matthias Weber, Experte für die Bewertung von Industrieanlagen, am April 27, 2026


